Nirwana gibt es wirklich …
oder mein Erlebnis mit dem persönlichen SubRausch
Ich dachte bisher immer, dass man Nirwana nur erreichen kann, wenn man gestorben ist. Eine reine Fiktion aus Mythen und Legenden oder meinen BDSM – Geschichten. Denken ist glaub ich im Moment eher nicht eine meiner Stärken.
Wenn sich Fantasie- und reale Welt vermischen und Märchen und Legenden das Tor zur Realität durchbrechen, man abhebt und wie ein Vogel frei durch die Wolken fliegt, dann ist man im Nirwana. Soweit arbeitet mein Gehirn schon mal wieder auf Normalmodus und gestorben bin ich meines Wissens auch noch nicht.
Im Gegenteil bin ich sehr lebendig, jedenfalls falls ich meinem Blutdruckgerät Glauben schenken darf, das gerade vor sich hin piepst. Ich nehme weder Drogen, noch trinke ich Alkohol, aber mein Zustand ist vergleichbar mit jenem, den man erreicht, wenn man sich durch solche Mittel zudröhnt.
Ich schwebe und doch stehe ich fest auf dem Boden, ich träume und doch bin ich wach, bin noch immer wie in Trance und doch ganz bei mir. Ein Rausch der Sinne beängstigend und doch soooo schön. Das Ultimo an Emotionen. Das Wissen, dass keine meiner Figuren aus den Geschichten sich jemals noch besser gefühlt haben kann, als ich mich gerade fühle. Es war so surreal. Deswegen war klar: Das müssen körpereigene Drogen sein.
So viele neue Eindrücke, intensive Erfahrungen, die einen auf einer Wolke schweben lassen und ein Rausch, der mich, die ich mich für einen durchaus sehr vernünftigen Menschen halte, dazu bringt, immer mehr zu wollen.
Mein bisheriges Leben wird von dieser Wolke aus klein, unbedeutend und fühlt sich zum Teil sogar falsch an. Wenn dann der Cocktail aus Hormonen, Empfindungen und Gerüchen ganz langsam der realen Welt weicht, entstehen Gedanken – eine Mischung aus etwas Angst und viel Euphorie.
Sind die Mauern überwunden, wird bemerkt, dass diese Mauern auch das eigene Wesen gefangen hielten. Freiheit zu spüren ist immer etwas, das berauscht und in diesem Glückszustand kommt das Gefühl auf, endlich seine Bestimmung gefunden zu haben. Meine unterdrückte Sehnsucht jemandem zu gehören, war plötzlich zum Greifen nahe. Was kann da außerhalb dieses Kontextes noch wirklich zählen?
Das Problem bei Bestimmungen ist aber, in der Regel hat der Mensch mehr als nur eine, dies wird aber durch den Rausch ausgeblendet und es erfolgt die Fokussierung genau auf diese eine und eben nur diese eine Bestimmung.
Wie unglaublich gut und angekommen fühlte es sich für mich an, alle Verantwortung abgeben zu können, endlich nicht mehr stark sein zu müssen, sondern mich nur noch leiten zu lassen. Das war meine Welt….. ja… ich kann es nicht anders beschreiben, ich war in einem Rausch. Gerade Menschen, denen es wichtig ist, ihren Mann oder ihre Frau zu stehen, so wie ich, geraten schnell in diesen Rausch.
Leider führt ein Rausch aber auch zu einem Tunnelblick, egal ob es sich um einen durch Alkohol oder Hormone erzeugten Rausch handelt und leider hält kein Rausch ewig. Natürlich kann durch eine Erhöhung der Dosis die Dauer gestreckt werden, aber irgendwann ist auch hier das Limit erreicht.
War es auch bei Euch so …. Wie kann man wieder landen… wie den Boden nicht ganz verlieren?
© Seele 2018