Meine erste, auch als solche empfundene, Strafe
Ich weiß viel über Erziehung und das Mittel der Bestrafung im BDSM, aber eben nur theoretisch, das heißt eigentlich habe ich bisherige Bestrafungsversuche nicht als Strafe angesehen bzw. ansehen können, was zum Teil an den gescheiterten Erziehungsversuchen lag, zum Teil aber eher an meiner Sicht auf den jeweiligen Herrn.
Doch selbst eine Strafe hervorgerufen zu haben, die berechtigt war, damit komm ich irgendwie nicht klar. Das ging echt tief und da habe ich auch jetzt beim Schreiben drüber, wieder heftig dran zu arbeiten.
Es tat weh – nicht als Schmerz im eigentlichen Sinn, nein innen drin in mir. Ich hatte versagt, meinen Herrn enttäuscht. Die Strafe folgte auf den Fuß und was vorher eher Belohnung war, traf jetzt doppelt hart. Nein, nicht die Intensität der Schläge und nein, auch nicht die Bullwipp, die sonst eher eines meiner Lieblingsschlagwerkzeuge ist, obwohl mein Herr schon richtig fest zuschlug.
Was getroffen hat, war das Versagen, war der psychische Schmerz darüber enttäuscht zu haben, meinen Herrn dazu genötigt zu haben, überhaupt zu strafen. Ihn dazu genötigt zu haben hart zu sein, hart und in gewisser Weise auch kalt. Eine Kälte die sich tief in die Knochen zieht, tief bis ins Innere, und das gärt in mir.
Ich möchte nicht enttäuschen und versagen, aber ich werde es immer wieder. Ich möchte dies Kälte nicht spüren und ich möchte verdammt noch mal meinen Herrn nicht zum Strafen nötigen. Ich weiß, dass ich es auf Dauer immer wieder tun werde, ich bin nicht perfekt, kein Mensch kann perfekt sein. Das auch nicht der Punkt bzw die Frage. Auch die Strafe anzunehmen, sofern sie berechtigt ist, ist nicht das Problem. Die Frage ist, wie komme ich damit klar, wenn es wirklich mal wieder passiert?
© Seele 2018