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- Meine Reise in die Erotik

Mache ich mich angreifbar

Mache ich mich angreifbar, wenn ich den bösen schwarzen „Dommel“ ins Visier nehme?

Seit ich tiefer in alles, was mit BDSM zu tun hat, eintauche, mich austausche, Informationen darüber regelrecht aufsauge, begleitet mich meine irrationale „Aggressivität“ sogenannten „Dommels“ gegenüber. Egal in welcher BDSM-Gemeinde (Community, welchem Chat oder gar Forum) ich mich umgesehen habe, überall begegnen sie einem die „Super-Dooper-Doms“.

 

Doch warum zum Geier, bin ich nicht in der Lage, einfach nur über ihre zum Teil dämlichen Mails, Anzeigen oder Threads zu lächeln und sie in Ruhe zu lassen? Warum habe ich nur so wenig Respekt vor diesen „Super-Dooper-Doms“? Warum reizen sie mich so, dass ich zum Teil meine durchaus gute Erziehung vergesse und verbal ausholen muss?  Schon ganz am Anfang, als ich noch wirklich absolut keine Ahnung von allem hatte, war das so und das änderte sich auch nicht – im Gegenteil. Je mehr ich mir Wissen aneignete und je mehr Erfahrungen ich sammelte, desto mehr wuchs meine Aggressivität ihnen gegenüber.

 

Ein ehemaliger Dom fühlte sich bemüßigt, mir nach einen meiner verbalen Angriffe auf einen solchen “DummDom“, konkret an den Kopf werfen zu müssen (ich zitiere): „Du hast Dir alles, was Du von nun an von Dir gibst, in Deinem Blog oder sonst wo, vorher von mir genehmigen zu lassen! Ich dulde es nicht länger, dass Du Dich angreifbar machst!“ Damals bekam er zur Antwort: „Mache ich mich oder doch eher Dich angreifbar?“ (Es hat seinen guten Grund warum er Ex-Dom ist, aber das gehört nicht hierher).

 

Des Pudels Kern ist aber, ob ich mich nicht doch irgendwo angreifbar mache, wenn ich eben die „Dommels“ angreife, die das Unglück haben, mir im Weg rum zu stolpern. Warum kann ich einfach nicht anders? Was ist so falsch daran, sich mit „DummDoms“ verbal zu duellieren, außer vielleicht die von vornherein feststehende Tatsache, dass man sich mit Minderbemittelten eher nicht duelliert?

 

BDSM ist auch und gerade dank „Fiftty Shades of Grey“ zu einer Modeerscheinung geworden, in deren Szene sich allerlei komische Vögel herumtreiben. Das anonyme Internet ist hierbei ein idealer virtueller Spielplatz für einen „Dommel“.

 

Auch die Pornoindustrie hat ein gehöriges Maß schuld daran, dass dem eigentlich liebevollen, verantwortungsbewussten und sexuell anspruchsvollem BDSM kaum noch Beachtung geschenkt wird und sich die „Möchtergern-Dom´s“ aufführen, wie in den Filmchen. Die Kehrseite ist hier sehr anschaulich: „Dommels“ machen viel kaputt, in dem sie mit ihrem Gehabe ein völlig falsches Bild von BDSM „zeichnen“.

 

Nicht selten treiben sie so dem wirklich auslebenden BDSMler die Zornesröte ins Gesicht. Und genauso geht es eben mir, nur, dass ich nicht nur rot vor Zorn werde, sondern mich dann eben verbal äußern muss.

 

SM hat unheimlich viel mit Liebe, Vertrauen und sehr viel Verantwortung dem anderen gegenüber zu tun. Da kann so unendlich viel schiefgehen und man kann andere zu seelischen Wracks oder Zombies machen. Und dann still zu zusehen, wie ein „Dommel“ seine „Opfer“ genau zu so einem Zombie machen wird.

 

Sorry, aber das kann ich eben nicht und werde ich auch nie können.

 

© Seele 2018

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