Ewige Suche oder ist das zu gefährlich?
Vor ein paar Tagen hat mir eine Besucherin meiner Homepage per E-Mail kontaktiert, weil sie eine für sie wichtige Frage hatte. Im Verlauf des Kontaktes, hab ich sie gebeten, ihre Geschichte und Frage im Blog an Euch weitergeben zu dürfen und die Erlaubnis erhalten.
SUREA: „Vor 2 Jahren hatte ich eigentlich meine erste Erfahrung mit einer etwas “härteren“ Gangart beim Sex. Ja,ich war selbst überrascht,dass es mir gefiel,denn bis dahin,hatte ich in meinen Beziehungen immer den Ton angegeben,auch wenn ich das eigentlich nie wollte. Ich hab mich dann auch näher damit beschäftigt und bin nach langem hin und her tatsächlich davon überzeugt, das dies genau meins ist,das was mir vielleicht immer gefehlt hat,dieses nicht immer den Ton angegeben zu müssen, sondern den Ton angegeben zu bekommen. Aber das ist gar nicht so leicht,denn bisher hab ich nur einen Mann kennen gelernt, wo ich für mich spürte,ja ich knie vor dir und nicht aus Zwang, sondern weil ich es will. Meist isses dann wirklich so,wenn ich dann mal en Date ausmach,wo ich denk… Boah,der hat ja jetzt schon verloren. Wie merkt man es beim BDSM, das dein Gegenüber passt oder ist es wirklich eine eventuelle ewige Suche?“
Ich hatte ihr folgendes geantwortet:
Danke Surea das ist eine äußerst spannende Frage, die Du mir da gestellt hast und ich muss sagen so wirklich antworten kann ich Dir darauf jetzt nicht.
Ich bin eher das Paradebeispiel dafür, von einer Katastrophe (das ist wörtlich zu nehmen, aber das gehört jetzt nicht hierher bzw. würde zu arg triggern) in die Nächste zu schlittern und irgendwo war ich an dem Punkt, dass ich gedacht hab, ich suche erst mal nicht mehr und schon gar niemanden mehr im BDSM-Kontext.
Doch manchmal sollte man niemals nie sagen, will heißen ich habe gefunden oder besser er hat mich gefunden und innerhalb von Stunden alle Mauern eingerissen, die ich aufgebaut hatte, um mich irgendwo zu schützen. Dass wir uns schon lange kennen hat irgendwie nicht wirklich geholfen, eher im Gegenteil. Ich bin ne ganze Weile davon gelaufen, statt drum zu kämpfen und er bezeichnet sich gerade mal als Esel (das darf ich schreiben), weil er trotzdem da Gefühle bei ihm waren, mich hat ziehen lassen.
Das hilft Dir aber jetzt nicht wirklich weiter, denk ich mal …
Mein Ratschlag: Höre in Dich rein, was möchtest Du. Je sicherer Du in Dir selbst bist, desto eher spürst Du, ob Dein Gegenüber passt oder eben nicht. Frag Dich, was bringt Dein Innerstes bei einem Mann zum Leuchten, wo ist kribbeln, wo eben nicht und verlass Dich ruhig auf Dein Bauchgefühl. Es sagt Dir instinktiv, wenns so gar nicht passt und Du gerade nur faule Kompromisse eingehst.
Und am Wichtigsten: Lass Dir Zeit Dein Gegenüber kennenzulernen, bevors ans Ausleben von Deinen oder seinen Neigungen geht, Neugier kann ziemlich gefährlich sein und wenns menschlich nicht passt, passt es auch im BDSM-Kontext nicht.
Was hättet ihr Surea geraten bzw. geantwortet?