Samia
Wüstenprinzessin Samia
Samia kommt zu sich. Verwirrt schüttelt sie den schmerzenden Kopf. Wo ist sie hier, was ist passiert? Draußen schreien Männer. Und dann hört sie ihn. Das Wiehern von Black Thunder würde sie unter allen Pferden dieser Welt heraushören. Schlagartig kommen ihr das Feuer und die fliehenden Pferde vor Augen. Sie ruft nach Thunder: „Black Thunder… ruhig …schön ruhig. Ich bin ja da!“. Während sie das ruft, versucht sie aufzustehen, doch das gelingt ihr nicht. Zu ihrem Entsetzen stellt sie fest, dass sie gefesselt und bis auf einen durchsichtigen Seidenschleier, der wie eine Decke über sie ausgebreitet wurde, nackt ist. Eine Männerstimme, die ihr verdächtig bekannt vorkommt, nur kann sie sich nicht erinnern woher, wird draußen laut. „Er wittert seine Herrin und Allah sei Dank trägt sie keinen Knebel. Mustafa bring ihn in den Pferch neben dem Zelt.“ Dann ist alles still und Samia nimmt wahr, dass sie sich wirklich in einem Zelt befindet. Sie sieht sich um, soweit ihre Fesseln das zulassen. Ein dicker Kloß der Angst sitzt ihr in der Kehle.
Noch bevor sie sich in ihre Angst hineinsteigern kann, betreten zwei ältere verschleierte Frauen das Zelt und den Bereich, in dem Samia gefesselt auf den Decken liegt. Samia fragt in einem Kauderwelsch aus englisch und arabisch, was das alles bedeuten soll, wo sie ist und was man mit ihr vorhat. Doch die beiden Frauen schütteln nur stumm den Kopf. „Oh Gott, sie verstehen mich nicht“, denkt Samia verzweifelter als vorher. Eine der Frauen kniet sich hinter ihren Kopf und hebt diesen an, während die andere Samia mit Gesten zu verstehen gibt, dass sie trinken soll. Sie hält Samia ein Glas mit einer undefinierbaren Flüssigkeit an den Mund. Als Samia sich weigert und vehement den Mund zuhält, werden die beiden Frauen aktiv. Die eine, die bisher ihren Kopf angehoben hatte, lässt diesen los, sodass Samias Kopf auf ihren Knien zum Liegen kommt. Dann hält sie Samia die Nase zu, bis diese vor Atemnot den Mund aufmacht. Die andre gießt ihr die Flüssigkeit in den Mund und hält ihr dann den Mund zu, sodass Samia, wenn sie nicht ersticken will, das Gebräu, was auch immer es ist, schlucken muss. Samia schluckt und beide Frauen lassen sie los. Keuchend ringt sie nach Luft. Tränen laufen ihr übers Gesicht.
In dem Moment hört sie wieder diese männliche Stimme diesmal am Eingang vom Zelt. Vergeblich versucht Samia von den Fesseln loszukommen, solange sie ihr Pferd in der Nähe weiß, hofft sie entkommen zu können. Tief schneiden ihr die Seile ins Fleisch. Kraft- und Mutlos gibt sie auf und lässt den Kopf in die Kissen sinken. Als ob sie damit verhindern könnte, dass der Mann sie sieht, schließt Samia die Augen. Und dann ist er bei ihr, deutlich riecht sie seinen männlichen Duft. Mit geschlossenen Augen sieht sie nicht, dass die Stimme zu Achmed gehört, der am Geburtstag ihres Vaters auf der Farm war. Achmed sieht sofort, dass Samia versucht hat sich der Fesseln zu entledigen. Er schüttelt den Kopf über ihre von den Fesseln geschundenen und aufgequollenen Gelenke. Samia schämt sich in Grund und Boden, ob ihrer Nacktheit unter dem Schleier. Achmed hingegen genießt den Anblick, den Samia ihm bietet. Durch ihre vergeblichen Versuche seine Fesseln abzustreifen, ist ihr der Schleier bis zu den Hüften runtergerutscht und ihre nackten Brüste bilden im Licht der Öllampen einen sehr leckeren Anblick. Ich Gedanken lässt Achmed seine Hände über Samias Köper gleiten. Seine Lenden melden sich schmerzhaft.
Achmed spricht mit ruhiger Stimme zu ihr: „Samia so geht das nicht, Du darfst Dich doch nicht so wehren, dass Du Dich verletzt.“ Samia versucht erneut zu ergründen, woher verdammt nochmal sie diese Stimme nur kennt und woher dieser Mann ihren Namen kennen kann. Der Mann hört nicht auf zu reden: „Jetzt muss ich Dich erst pflegen bevor Du mir ganz gehören kannst, Du böses Mädchen“. Irgendwie kommen ihr viele der Worte bekannt vor, die die Stimme gerade sagt und Samia muss plötzlich an ihren Vater Marioc denken. Vergeblich versucht sie die Tränen zurückzuhalten. „Er weiß ja gar nicht, wo ich bin und dass ich lebe. Das ist sein Tod, ich werde ihn nicht wiedersehen.“, stammelt sie fassungslos und weint immer stärker. Achmed geht das doch nahe und er setzt sich zu ihr auf die Decken. Vorsichtig streichelt er ihr übers Haar. „Schhhh Samia. Alles wird gut, schhhhh“, versucht Achmed sie zu beruhigen und so paradox es auch klingen mag, es gelingt ihm.
Was Achmed Samia wohlweislich verschwiegen hat, war, dass er sehr wohl wusste, dass Alles gut wird und warum. Er hatte ihrem Vater von Aden aus telegrafiert hat, wo sich Samia aufhält und dass es ihr gut geht. Und ebenfalls, dass Marioc sie zu Achmeds Bedauern erst an Samias Hochzeitstag wiedersehen würde, weil er Achmed bis dahin brauchen würde, die kleine Wildkatze zu zähmen. Samia schläft völlig entkräftet auf den Decken ein und Achmed ruft die Frauen zu sich. „Verbindet ihr die Augen, sie soll nicht sehen können, wo sie ist und kettet sie an der Hüfte fest, den Schlüssel bringt ihr mir. Sie darf sich auf den Decken bewegen, aber nicht fliehen. Wascht sie und dann versorgt ihr die Wunden an den Handgelenken, ich will nicht, dass Narben zurückbleiben. Und weiterhin darf sie mit niemandem reden. Kein Wort davon, dass ihr sie verstehen könnt!“ – „Ja Herr“, lautete die doppelte Antwort auf seine Befehle und Achmed verlässt das Zelt.
Samias Duft und ihre Wärme zeigen deutlich ihre Wirkung in seinem Schoss und bevor er sich jetzt Mariocs Bruder Akcian widmen kann, der mit ihm die Hochzeit besprechen will, muss er schleunigst dafür sorgen, dass ihm niemand etwas anmerkt. Achmed geht nochmal zu den Pferden, da er seinen Gast bei Mustafa in guten Händen weiß. Vertrauensvoll legt ihm Sheitana, seine schwarze Stute, ihr Maul auf die Hand und lässt sich liebkosen von ihm. Black Thunder schaut den beiden zu, die Nüstern hält er in den Wind. Achmed verlässt seine Stute und tritt zu ihm. Deutlich merkt er die Abwehr des Pferdes, das er zu seinem Bedauern ankoppeln, also mit gefesselten Vorderläufen, im Pferch halten muss. „Es geht ihr gut Thunder. Auch Du wirst noch lernen, dass ich Euch nicht schaden will. Sieh Sheitana an, sie vertraut mir, lerne von ihr.“ und dann hält er Black Thunder eine halbe Möhre hin und Sheitana, die sich frei bewegen kann, die andere Hälfte. Als die Stute sich die Möhre von Achmeds Hand geholt hat, streckt auch Thunder sein Hals, um an die Möhre zu gelangen. Achmed muss doch ein bißchen lachen darüber, weil Thunder keinen mm seine Beine bewegt hat. „Na siehst Du es geht doch, mein Junge“, sagt er und dann geht er seinen Gast im großen Hauptzelt begrüßen.
„Mustafa, wenn ich nachher mit Akcian rauche, kümmerst Du Dich um die Pferde. Thunders Koppelung muss zwischendurch immer gewechselt werden und er ist unsere Sprache noch nicht gewohnt.“, flüstert Achmed zu Mustafa als er das Hauptzelt betritt. Laut ruft er: „Man bringe uns die Pfeiffen!“ Während Akcian und Achmed im Hauptzelt über die Hochzeit verhandeln, machen sich die beiden Frauen daran, Achmeds Befehlen Folge zu leisten. Samia wird an der Taille angekettet und ihre Fesseln gelöst. Als die Frauen anfangen Samia zu waschen, wird diese wach. Als sie realisiert, dass ihre Hände und Füße nicht mehr gefesselt sind, versucht Samia aufzuspringen und zu fliehen. Die Kette um ihre Taille hält dem Ruck stand und Samia wird zurück auf die Decken geworfen. Sie gibt ihr Vorhaben vorerst auf und die Frauen können das Waschen beenden. Dann deutet die eine der beiden auf das mitgebrachte Verbandszeug und auf Samias Handgelenke. Samia reicht ihr eine Hand nach der anderen, damit ihre Handgelenke verbunden werden können.
Samia leidet sehr darunter, dass die Frauen kein Wort mit ihr reden. Als die Frauen fertig sind, reichen sie ihr noch Kleidung aus hauchdünner weinroter Seide und Samia lächelt sie dankbar an. Beide Frauen lächeln zurück Samia kann ihr Glück kaum fassen, endlich muss sie nicht mehr nackt hier liegen. Dass die fast durchsichtige Seide weniger verbirgt als der Schleier, mit dem sie vorher zugedeckt war, bemerkt sie zu ihrem Entsetzen erst, als sie angezogen ist. Sie nimmt den Schleier und wickelt sich zusätzlich damit ein, was ihr doch oberflächlich das Gefühl gibt, ihren Körper vor neugierigen Blicken verbergen zu können. Dann tritt eine der Frauen hinter und die andere vor sie. Während die vordere ihr wieder ein Glas an die Lippen hält, fasst die andere Samia mit sanftem Druck an die Schultern. Samia weiß wozu die Frauen fähig sind und gibt den aufkeimenden Widerstand auf. Fast gierig trinkt sie das Glas leer und die Frau hinter ihr schnalzt anerkennend mit der Zunge. Doch plötzlich wird Samia eine lederne Augenmaske über den Kopf gezogen. Sie spürt wie die Maske an ihrem Hinterkopf geschlossen und hört, wie der Verschluss mit einem Schloss gesichert wird. Tiefe Dunkelheit umgibt Samia. Dann lassen die Frauen Samia mit ihren Gedanken wieder allein.
Den vergeblichen Versuch die Kette um ihren Bauch und die Maske loszuwerden, hat Samia frustriert aufgegeben. Samia lässt sie sich auf die Decken sinken, dafür braucht sie ja nichts sehen, sie fühlt sie unter sich an ihren blanken Füssen. Immerhin kann sie jetzt auf den Decken sitzen und braucht nicht mehr in der beschämenden Stellung (alle viere von sich) hier zu liegen. Die Handgelenke schmerzen ziemlich, doch daran war Samia ja eigentlich selbst schuld. Sie hätte sich nicht so wehren dürfen gegen die Fesseln, da hatte der Mann leider, so arg wie Samia das auch widerstrebte, Recht mit seiner Aussage. Was soll das Ganze nur? Wieso ist sie hier? Der Mann hatte noch etwas gesagt, dass Samia nicht mehr aus dem Kopf geht. Sie sollte diesem Mann gehören ganz und gar … NIEMALS!!! Samia muss hier weg, aber wie? Fieberhaft sucht sie in Gedanken nach einer Fluchtmöglichkeit. Black Thunder ist irgendwo in ihrer Nähe, sonst würde er sich lautstark bemerkbar machen.
Samia verbrachte mit ihrer Grübelei eine Ewigkeit, jedenfalls kam es ihr so vor, als sie bemerkt, dass es vor dem Zelt unruhig und laut wurde. Sie hörte wieder Black Thunder wiehern und auch noch ein weiteres Pferd aber diesmal klang das Wiehern nicht zornig, sondern eher nach Angst. Was ging da draußen vor? „Thunderrrrrrrrrrrr“, schreit Samia, sie hofft, ihn so zu erreichen. Dann Schüsse Männerschreien. Samia springt auf, verzweifelt versucht sie von der haltenden Kette loszukommen und sich die Maske vom Kopf zu reißen. So bemerkt sie nicht, dass draußen die Männerstimme, die sie schon so gut kennt, für Ordnung sorgt: „Mustafa bringt die Toten weg, ich beruhige die beiden Pferde. Und bring mir den Kopf desjenigen, der nicht aufgepasst hat. Sharifs Leute dürften nicht hier sein.“ Aber selbst wenn sie es gehört hätte, außer dem Namen Mustafa hätte ihr kein Wort genutzt, da sie die Sprache nicht verstand.
Achmed hatte mit Sheitana und Thunder alle Hände voll zu tun. Die Schüsse und die fremden Männer waren zu viel für die beiden eh schon sehr explosiven Pferde. Mustafa beeilte sich die Toten aus dem Pferch zu holen. Erst als das passiert ist, gelingt es Achmed die Pferde vollends zu beruhigen. „Sharifs Leute hatten es also auf die beiden Pferde abgesehen.“, denkt Achmed. „Sharif hat – Allah sei Dank – nichts mit Akcian zu schaffen, der als mein Gast unter meinem Schutz steht und weiß scheinbar nichts von Samia. Allah, was muss sie gerade für Ängste ausstehen. Ich muss zu ihr“, denkt Achmed weiter. Doch bevor sich Achmed Samias Ängsten stellen und sie beruhigen kann, muss er für Ordnung sorgen. So zuverlässig Mustafa auch war, Achmed war der Scheich. Er rief nach Mohamed Abdul, der hervorragende Verbindungen nach Aden besaß. „Mohamed, so etwas darf nicht mehr passieren. Wir müssen Sharif davon überzeugen, dass wir uns nicht mehr hier befinden und vor allem, dass sein Anschlag auf die Pferde gelungen ist. Kannst Du das in die Hand nehmen?“ Mohamed war kein Mann der vielen Worte, seine Antwort war ein kurzes Nicken und schon sitzt er im Sattel seines Renncamels.
Achmed wendet sich wieder an Mustafa, der gerade zurückgekommen ist, um seinem Herrn den Vollzug seiner Befehle zu melden. „Mustafa die Frauen müssen ihr Zelt räumen, der Pferch muss darein verlegt werden, wir können die Pferde nicht mehr hier draußen lassen, solange die Hochzeit nicht gelaufen ist, so leid mir das tut, ihnen das anzutun. Teilt für die Frauen einen Bereich vom Hauptzelt ab, bis wir morgen ein neues für sie aufbauen können!“ – „Sofort Herr“, antwortet ihm Mustafa und eilt zu den Frauen. Ein kurzes Gezeter und Wehgeschrei erklingt, doch dann gehen die Frauen ans Werk, ihr Zelt für die Pferde zu räumen. Mustafa eilt weiter zum Hauptzelt und sorgt dort dafür, dass ein Bereich für die Frauen abgeteilt wird. Akcian und sein Gefolge befinden sich in Achmeds kleinem Zelt, sonst hätte dieser die Pferde dorthin bringen lassen.
Samia versucht angestrengt zu hören, was draußen vor sich geht. Ängstlich wartet sie auf den kleinsten Ton von ihrem geliebten Pferd, solange sie ihn in der Nähe gewusst hatte, war noch nicht alles verloren. Doch so sehr sie Ohren auch anstrengte, sie hörte nichts mehr. Verzweifelt wirft sie sich auf die Decken und weint, wie sie in ihrem Leben noch nicht geweint hat. Und dann ist da diese Hand, die sie sanft über den Rücken streichelt und diese Stimme, die immer wieder ein „schhhhh“ flüstert. Immer mehr fällt die Verzweiflung von ihr ab und die Tränen werden weniger. Langsam beginnt ihr Atem ruhiger zu werden und zum Erstaunen von Achmed ist Samia kurz darauf tief und fest eingeschlafen. „Mein leise geflüstertes „Thunder geht es gut“ hat Samia nicht mehr wahrgenommen, sonst hätte sie bestimmt den unnützen Widerstand aufgegeben“, denkt Achmed und begibt sich noch einmal nach draußen, um nach zu sehen, dass seine Befehle auch umgesetzt wurden.
Es ist später Nachmittag als Achmed ins Hauptzelt rübergeht. Zu Ehren seines Gastes wird es heute noch ein Festessen geben. Immer wieder schweifen Achmeds Gedanken zu Samia. Eigentlich wollte er ihr mehr Zeit lassen, doch das ist leider nun nicht mehr möglich, da Sharif weiß, wo er sein Lager aufgeschlagen hat. Es ist nur eine Frage der Zeit da Sharif den wahren Grund herausfinden wird, warum sich Achmed nicht in seinem Palast aufhält. Akcian sieht Achmed an, der ganz offensichtlich mit anderen Gedanken beschäftigt ist, als die eines korrekten Gastgebers. „Mein Freund, kann ich Dir irgendwie behilflich sein?“ fragt er deswegen etwas lauter als üblich, während er seine Pfeife von Mustafa neu füllen lässt.
Und endlich reagiert Achmed „Verzeih mir Akcian ich bin ein sehr schlechter Gastgeber heute. Mir geht Sharif nicht mehr aus dem Kopf. Er darf nichts von Samia erfahren, sonst ist sie in Gefahr. Aus den Dir bekannten Gründen kann ich noch nicht in den Palast zurückkehren.“ – „Ich kann Deine Sorgen verstehen mein Freund“, antwortet ihm Akcian „deswegen möchte ich Dir anbieten, Deine Leute mit meiner Wachmannschaft zu verstärken. Leider bleibt Dir nun bis zur Hochzeit wahrscheinlich nicht genug Zeit, um Samia sanft zu der Deinen zu machen.“ – „Es muss einen sanfteren Weg geben, Akcian, Samia ist alle Mühen tausend Mal wert.“- „Ja das ist sie, aber sie bedarf einer strengen Führung. Marioc hat sie leider zu einem richtigen Wildfang erzogen“ sagt Akcian und zieht an der Pfeife.
„Auch unsere wilden Pferde und Camele lassen sich von dem richtigen Herrn zähmen, Akcian!“ antwortet ihm Achmed und während auch er seine Pfeife trinkt, gehen seine Gedanken wieder zu Samia. Dass sie sich hat schon zwei Mal von ihm beruhigen lassen, ist ein wunderbarer Anfang und Achmed hofft sie zu bändigen und sich in ihr Herz zu schleichen. Er selber ist Samia verfallen, war es schon als er sie das erste Mal auf der Farm ihres Vaters sah. Es betrübt ihn, sie anketten und ihre schönen Augen hinter dieser Maske zu verstecken zu müssen. Niemals hätte er es für möglich gehalten, dass Marioc und Akcian ihn als Heiratskandidaten für Samia auch nur annähernd für geeignet hielten.
Ja er war in seiner Heimat Scheich und mit seinen jungen Jahren für einen ganzen Stamm verantwortlich, das Attentat von Sharif auf seinen Vater, aufgrund dessen er sein Studium vorzeitig beenden musste, hatte nicht nur positive Auswirkungen, leider war sein Cousin noch immer hoch gefährlich, solange er Achmed Samia nicht geheiratet hat. Durch die Hochzeit veränderte sich die Erbfolge und Sharif, sein Cousin, war für immer aus dieser ausgeschlossen. Das Problem an der ganzen Geschichte war ganz einfach, dass sein Vater per Dekret die Blutrache für sein Emirat und jeden einzelnen seines Volkes ausgeschlossen hatte. Gegen dieses Gesetz durfte Achmed, so sehr er sich auch etwas Anderes gewünscht hätte, nicht verstoßen und er konnte es auch nicht aufheben.
Während das Festessen seinen Lauf nahm, schickte Achmed immer wieder Mustafa zu Samias Zelt, um sicher zu stellen, dass alles in Ordnung ist. Auch die beiden Frauen mussten immer wieder nach ihr sehen. Bisher hatte Samia geschlafen und auch die Wachen hatten nichts Beunruhigendes zu vermelden. Dass Akcians Leute jetzt ebenfalls mit für ihrer aller Sicherheit sorgten, verringerte Achmeds Sorgen. Die Frauen betreten mit den leeren Tellern wieder das Hauptzelt und mit einem kurzen Wortwechsel zwischen ihnen und Mustafa geben sie ihm zu verstehen, dass Samia wach war und auch gegessen hatte. Trotzdem schaute Achmed unruhig auf seine Uhr, er durfte Akcian nicht vor den Kopf stoßen, indem er das Festmahl jetzt schon für beendet erklärte, um zu Samia zu eilen. Seine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt.
Samia wird wach und fühlt nur, dass sie nicht allein ist. Vier sanfte Hände helfen ihr, sich zu setzen, dann sagt eine weibliche Stimme in sehr stockendem Englisch, dass Samia essen soll. Samia treten ob der bekannten Worte Tränen in die Augen „Da ist endlich jemand der mich verstehen kann“, denkt sie. Sie fragt, ob man ihr die Maske abnimmt, dass sie etwas sehen kann, doch die Stimme sagt nur nein, man werde sie füttern. Mehr wird zu Samias Leidwesen nicht gesprochen. Samia schluckt und denkt: „Nur, wenn ich esse, besteht die Chance, dass ich bei einer eventuellen Flucht durchhalte.“ Auf ihre Fragen, wann denn losgewesen sei und wie es ihrem Thunder geht, wird leider in keiner Weise reagiert und so gibt Samia das Fragen auf. Samia lässt sich füttern und es schmeckt ihr – trotz ihrer doch so aussichtslos scheinenden Situation – ausgesprochen gut.
Immer wieder muss sie an die Stimme des Mannes denken. „Wer bist Du nur?“, fragt sich Samia immer wieder, aber sie kommt nicht drauf, woher sie den Mann kennt. Irgendwie fehlt ihr die Stimme des Mannes, ohne dass sie sagen könnte aus welchem Grund. „Warum nur habe ich keine Angst vor ihm, obwohl er doch bestimmt dafür verantwortlich ist, warum ich jetzt hier in diesem Zelt und nicht mehr auf der Farm bin? Was hat der Mann nur mit ihr vor?“, denkt sie weiter, doch ihr Grübeleien bringen Samia nicht weiter. Sie streckt sich auf den Decken aus, dass ihr Gewand mehr als nur durchscheinend ist, hat sie vergessen und den Schleier darum nicht mehr allzu eng um sich gewickelt. Das Essen scheint Samia müde gemacht zu haben, denn kaum hat sie es sich auf den Decken bequem gemacht, schläft sie wieder ein.
Endlich ist das Festmahl beendet und Akcian hat sich mit seinen Leuten zurückgezogen. Morgen früh direkt nach dem Frühstück wird er aufbrechen, um alles für die Hochzeit in die Wege zu leiten. Seine Verstärkung für die Wachen von Achmed lässt er hier und unterstellt sie bis zu seiner Rückkehr Achmeds Befehl. Achmed streckt die steif gewordenen Glieder und schaut sich im Zelt um. Offensichtlich wird er hier nicht mehr gebraucht. Achmed unterweist Mustafa noch einmal in die Aufgaben für die Nacht und geht dann zu Samia. Es wird Zeit das Mädchen zu zähmen, doch irgendwie weiß Achmed noch nicht, wie schnell er wird vorgehen können. Leise betritt er das Zelt und löscht nach und nach bis auf wenige alle Öllampen. Immer wieder lässt er seinen Blick über die schlafende Samia gleiten. „Schlaf weiter meine Schöne, Du wirst Deine Kräfte noch brauchen“ denkt er dabei. Dann zieht er sich aus und schlüpft nackt unter die Decke neben Samia.
Achmed nimmt eine Locke von Samias Haar zwischen seine Finger und riecht daran. Er kann sich kaum beherrschen, die schlafende Samia nicht in seine Arme zu reißen und sich in ihr zu versenken. Das durchsichtige Seidengewand tut sein Übriges, seine Phantasie noch an zu stacheln. Langsam wandert sein Blick über Samias Körper. Er lässt die Locke ihres Haares los und seine Hand langsam an Samias Armen hochgleiten. Samia wimmert leise im Schlaf, aber wach wird sie nicht. Erneut bedauert Achmed die Maske auf Samias Augen. Ihr Duft betört ihn und es kostet ihn eine ziemliche Anstrengung, nichts zu überstürzen. Achmed streichelt weiter Samias nackte Arme und registriert erneut ein leises Wimmern und die sich ausbreitende Gänsehaut. „Noch heute wirst Du Dich an mich schmiegen, wie eine kleine Schmusekatze, Samia“, flüstert er leise. Samias Hände lösen sich vom Schleier der nun nicht mehr fest um sie gewickelt ist und Achmed kann sich nicht an ihr satt sehen.
Langsam wandert seine Hand zu ihrem Nacken und er beginnt sanft seinen Daumen an ihm kreisen zu lassen. Samias Körper reagiert auf dieses Kraulen mit leisem Schnurren und Achmed lächelt. Wenn Samia so auch schnurrt, wenn sie wach in seinen Armen liegt, ist das ein Versprechen auf das Paradies. Ein Schauer der Vorfreude rinnt durch Achmeds Adern und er lässt seine Hand jetzt unter die hauchdünne Seide gleiten, welche noch zwischen ihm und Samias nackter Haut liegt. Die andere streichelt weiter Samias Nacken. Samias schlafender Körper schmiegt sich von ganz alleine gegen seine erkundende Hand. Sanft umfasst Achmed Samias Brust streichelt und drückt sie. Samias Körper biegt sich ihm entgegen, ein leises Aufstöhnen entrinnt ihrer Kehle. Der Nippel an seinen Fingern wird steif und fest.
Achmed zwingt sich langsam vorzugehen, auch wenn er sich Samia liebend gern sofort und hart nehmen möchte. Instinktiv weiß er, dass genau das verkehrt wäre. Samia ist Jungfrau und das soll sie bis zur Hochzeit auch bleiben. Er lässt also weiterhin ganz langsam seine Hand über Samia gleiten, deren Körper sich immer mehr gegen ihn drückt. „Oh Samia was wünsche ich mir, dass Du genauso Dich an mich schmiegst, dass Du genauso schnurrst, dass Du mir genauso gehören wirst“, flüstert Achmed und widmet sich jetzt Samias anderer Brust. Samias Schenkel spreizen sich von ganz alleine und ihr Körper biegt sich gegen ihn. Achmed kann nicht anders, er reißt Samia das Gewand vom Körper und wirft die Seidenfetzen hinter sich ins Zelt.
Schwer atmend wartet er auf Samias Protest und Gegenwehr, aber sie bleibt aus. Das Mädchen windet sich im Gegenteil immer mehr gegen seinen Körper und stellt seine Beherrschung damit auf eine mehr als nur harte Probe. Er kann seine Hände nicht mehr still auf einem Fleck verharren lassen. Beide Hände gleiten an ihr runter über den Bauch ihr Becken an den Außenseiten ihrer gespreizten Schenkel entlang. Mit den Augen verschlingt er Samia nimmt jeder ihrer Bewegungen wahr und bemerkt sehr wohl, dass Samia trotz ihrer wachsenden Erregung immer noch schläft. Achmed senkt seine Lippen auf Samias Nippel küsst und umschließt diese abwechselnd. Als sich Samias Körper immer mehr biegt und windet und sie auf seine Lippen mit stöhnen reagiert, schiebt er seine Hand auf ihren Venushügel.
Achmed grunzt erregt, die feuchte Spalte übt eine sehr starke Anziehungskraft auf seine Hand aus. Fast mit letzter Anstrengung zieht er die Hand zurück. „Nein Samia noch nicht“, keucht Achmed vor Erregung. Samia wird vom erregten Stöhnen Achmeds wach. Zuerst versteift sie sich etwas, als sie bemerkt, dass ihr Körper als Echo auf seine Erregung glüht, dass sie sich nackt in den Armen eines Mannes windet. In dem Moment hört sie seine Stimme und entspannt sich sofort wieder. Als Achmed aber seine Hand zurückzieht, sagt sie fast verzweifelt und zu ihrer beider Überraschung: „Nein bitte nicht aufhören, bittteeee“. Doch Achmed löst sich aus ihrer Nähe, nimmt eine Decke und wickelt Samia damit ein. „Nein Samia, ich darf nicht weitermachen auch wenn Dein Körper die Versuchung pur ist“, antwortet Achmed und dreht sich von Samia weg.
Weit rutscht er von ihr ab und löscht die Öllampe. Er braucht eine Ewigkeit bis sein Atem und sein Puls sich wieder soweit beruhigt haben, dass er schlafen kann, zumal Samias enttäuschtes Wimmern ihm noch lange in den Ohren tönt. Doch irgendwann hört er an ihren tiefen ruhigen Atemzügen, dass Samia eingeschlafen ist.
(Wie und ob Samia und Achmed endgültig zueinanderfinden oder ob das Schicksal anderes für sie parat hält, könnt ihr in „Samia die Wüstenbraut“ lesen)