Black Moor Castle
Black Moor Castle
Die Burg mit einer Geschichte, die bis ins tiefste Mittelalter zurückreichte, lag in Devon im südlichen Teil Englands und war seit etwa 1686 im Besitz des Duke of Devonshire. Lord Malcom Haversite hatte die Burg und den Titel als Belohnung seiner Verdienste an der Krone erhalten, hatte er doch den Giftanschlag auf Jacob II verhindert. Auch nach der Absetzung Jacobs 1688/89 blieb Black Moor Castle im Besitz des Duke.
Die Burg war von einem breiten Grasgürtel umgeben, an den sich ein ebenso breiter Waldgürtel anschloss. Am linken Fuß des Waldes lag das kleine Dorf Devonshire, was zum Besitz der Burg gehörte. und zur rechten das weite Moorland.
Black Moor Castle blühte unter der Herrschaft von Lord Malcom auf, den Bauern im Dorf ging es von Jahr zu Jahr besser. Sie dienten dem Duke gerne, er war ein guter Herr im Gegensatz zu den meisten andren Mitgliedern des englischen Hochadels. Das Leben auf der Burg und im Dorf, wenn auch Zeitangemessen eher rau, war von Fröhlichkeit und Offenheit geprägt.
Der Lord und auch Lady Gwynnifere hielten sich oft im Dorf auf. Sie hatten ein offenes Ohr für alle Belange ihrer Leute und die gaben gerne zurück, was Herr und Lady ihnen gutes taten. Lady und Lord Haversite ließen sie an ihrem Leben teilhaben. Die Kinder der beiden wuchsen zusammen mit den Bauerkindern auf. Es gab keine Berührungsängste noch ein Tabu welcher Art auch immer. Über Jahrzehnte sollte sich an dieser Tradition auch nicht das geringste ändern. Die Herren die nach Malcom folgten, sorgten für das Blühen von Dorf und Burg.
Die Welle der Hexenverfolgung schwappte vom Kontinent nach England hinüber und traf bei der abergläubischen Bevölkerung auf fruchtbaren Boden. Noch immer waren die Folgen des schwarzen Todes und seiner Verursacher im Unterbewusstsein der Menschen tief verwurzelt. Zudem trugen gefeierte Orgien und das Selbstverständnis, mit dem der Adel die Untergebenen ausnahm seinen Teil dazu bei.
Als Lord George Duke von Black Moor Castle wurde, verschlechterte sich die Ausgangslage rapide. George war der einzige Sohn, neben seinen acht Schwestern, seines Vaters Lareighn Haversite, und seine Mutter Anne Rachel hatte ihn verwöhnt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wuchs er ohne jeden Bezug zu den Menschen im Dorf auf, weil es laut seiner Mutter seiner Gesundheit abträglich wäre. Feste mit den Bauern gemeinsam verhinderte sie und sein Vater war zu schwach ihr zu widerstehen.
Die Heirat von Claudette de Aurignieux wurde von Anne Rachel arangiert, war doch bekannt, dass die Frauen der Familie sehr gebärfreudig waren. Anne erhoffte sich starke Erben aus der Verbindung. Erben kamen auch sieben an der Zahl, allerdings an der Stärke derselben konnte mit Sicherheit gezweifelt werden. Claudette beehrte er nach dem siebten Sohn nicht mehr in ihrem Bett.
George nahm sich rücksichtslos, was ihm seiner Meinung nach als Herr von Black Moor Castle zustand, nachdem er seinen Pflichten mit Claudette Erben zu produzieren nachgekommen war. Ob er das Recht der ersten Nacht an einer Braut einforderte oder auch sein Recht als Eigentümer einer Magd. Er nahm sich was er kriegen konnte. Kein Weiberrock war vor ihm sicher. Die Bauern hofften bei jeder Niederkunft ihrer Weiber darauf, dass der Nachkomme männlich sei und dass er dem Duke nicht ähnlichsah, sprich nicht als Bastard zu erkennen.
Kein Wunder also, dass Lord George und Lady Claudette Haversite im Gegensatz zu ihren Vorgängen nicht sehr beliebt im Dorf waren. Dazu kamen die wetterbedingten Ernteausfälle, der Hunger und die Kriege, die der englische König zu führen pflegte und der immer höhere Tribut, den er dadurch von den Bauern forderte. Jeder Ausflug seitens des Duke ins Dorf wurde von den Bauern mit Argwohn erwartet. Sie fürchteten ihren Herrn. George brachte das Pulverfass zum Explodieren, als er bei seinem letzten Besuch zwei noch jungfräuliche Bauernmädchen auf dem Marktplatz vergewaltigte und sie dann seinen Wachleuten überließ. Die Mädchen wurden nicht mehr gesehen.
Die Kunde darüber, dass es George übertrieb, erreichte den königlichen Hof, und König George III blieb nichts Anderes übrig, als die Vorfälle untersuchen zu lassen. Er konnte es sich nicht leisten, dass der Pöbel einen Aufstand probte, weil ein Duke sich nicht im Griff hat, hatte er so schon genug zu tun, damit sich der Hexen in seinem Königreich anzunehmen. Lord Harrington und Lord Shining, die er mit dieser Aufgabe betraute, trafen am Tag der Vergewaltigung der beiden Bauernmädchen in Devonshire ein.
Sie bekamen gerade mit, wie die Mütter der beiden den Duke öffentlich verfluchten. Hier bestand schneller Eingreifbedarf, schon alleine wegen der ganzen Hexenjagden im Land. Doch der Duke handelte schneller und ließ beide Frauen wegen Hexerei verhaften. Und noch ehe Die beiden Lords Meldung an den König machen konnten, waren beide abgeurteilt und hingerichtet.
König George III musste handeln und er handelte. George und Claudette wurden an den Hof beordert und Black Moor Castle einem Verwalter übertragen. Weder George noch einer seiner Söhne sollten je nach Black Moor zurückkehren. Claudette starb noch bei der Reise an den Hof.
Soviel zu Black Moor Castle, der Ort an dem meine Geschichte spielt. Lasst Euch von mir ins Mittelalter entführen und steigt im Teil „Der Fluch von Black Moor Castle voll ein in eine Geschichte, die fasziniert, anregt und wie ich hoffe, die Euch gefällt.
Eure Seele