BDSMLOGO

- Meine Reise in die Erotik

01 BAGHIRA, DER DUNKLE FÜRST VON DOWNTOWN

Baghira

Baghira der dunkle Fürst von DOWN TOWN

Mitch Handson war 39 Jahre alt und lebte in New York. Aufgewachsen war er in der Upper West Side. Seine fabelhafte Figur, die pechschwarzen Haare und die bernsteinfarbenen Augen, brachten ihm schon in frühester Jugend die Spitznamen „Baghira“ und „der Panther“ ein. Durch das überaus üppige Erbe, das ihm sein Großvater hinterlassen hatte, und durch viel Geschick in allen finanziellen Angelegenheiten war Mitch sehr gut in der Lage, sich einen exklusiven Lebensstil zu finanzieren. Bereits mit 24 Jahren gehörte Mitch zu den reichsten Junggesellen New Yorks und galt als absolut begehrenswerte Beute von Eltern, die ihre Töchter unter die Haube bringen wollten. Doch dieses Vorhaben wusste Mitch mit Geschick bisher zu verhindern. Er liebte seine Freiheit über alles und so schnell würde er sich nicht einfangen lassen. Außerdem hatte er anderes im Sinn als besagte Töchter zu ehelichen –  Ganz anderes sogar. Mitch war ein Jäger und Manhattan war sein Revier. Dort ging er auf die Jagd. Seine Beute – Frauen!!!

 

Vor 13 Jahren gelang es Mitch, die Villa im viktorianischen Stil, in der er jetzt lebt, einem reichen Industriellen vor der Nase weg zu kaufen. Das Hauptgebäude mit den insgesamt 10 Räumen und Bädern im Obergeschoss, seinem Büro, dem Speisesaal mit einer großen Tafel und einem Saal für Festivitäten im Erdgeschoß, wurde von zwei ausladenden Türmen gesäumt. Während Mitch sich den Südturm für sich und seine persönlichen Belange vorbehalten hatte, waren in dem nördlichen Turm die Wirtschaftsräume wie Küche, Vorratskammern, Weinkeller und Wäscheräume, sowie die Personalwohnungen untergebracht. Sein Personal in der Villa war handverlesen und ihm bis in den Tod loyal ergeben. Es gab da zum einen Sergio, der in Personalunion sein Chauffeur, persönlicher Assistent und Sicherheitsbeauftragter darstellte und Mitch auch bei seinen Jagden immer wieder zur Hand ging. Auf Sergios Diskretion, Loyalität und absolute Verschwiegenheit konnte Mitch blind vertrauen. Dann war da noch Magda, Mitchs ehemalige Kinderfrau, die sich nicht von ihrem Schützling trennen wollte, als dieser das Haus seines Großvaters verließ und die jetzt die Stelle der Hausdame, Haushälterin und Köchin ausfüllte.  Beide hatten eine Wohnung im Nordturm. Dann noch Leonore, Magdas Tochter, die ihrer Mutter half und zum festen Personal der Villa gehörte. Weiteres Personal wie der Gärtner und zwei weibliche Hilfskräfte, sowie eine Putzfrau wohnten nicht im Anwesen

 

Als Mitch die Villa damals kaufte, wollte er Magda einen Gefallen tun und Leonore, die taubstumm war, und deren Vater sie bei der Geburt verlassen hatte, helfen, indem er sie als Putzfrau einstellte. Das Mädchen hatte ihn schnell davon überzeugt, dass sie ihm treu ergeben und absolut diskret ist, so dass sie ausschließlich im Südturm eingesetzt wurde. Dort bewohnte sie auch eine Kammer.  Mittlerweile brauchte Mitch ihr nur noch die wenigsten Anweisungen schriftlich übermitteln, denn Leonore arbeitete total selbstständig. Lediglich wenn die Gewölbe zu reinigen waren, schob Mitch ihr eine Mitteilung unter ihrer Zimmertür hindurch. Mit Leonore vergnügte er sich nie, genauso wenig wie mit seinen „Mädels“ in der Firma. Durch geschickte Umbauten hatte er sich im Südturm ein Reich geschaffen, in dem er seinen geheimsten Beschäftigungen nachgehen konnte, ohne Gefahr zu laufen jemals entdeckt zu werden. Hier hatte er sich unter anderem ein Herrenzimmer, ein Schlafzimmer mit angrenzendem Bad und Ankleideraum und seine durchaus sehenswerte Bibliothek eingerichtet. Mehrere Schlafräume in den oberen Etagen bildeten den einzigen Hinweis auf seine geheimen Jagden, denn sie trugen eindeutig weiblich Handschrift in ihren Ausstattungen und waren als Erholungsort für seine Opfer vorhanden. Doch das absolute Highlight seines Südturms waren die Kellergewölbe, die nur über einen geheimen Zugang durch sein Schlafzimmer, die Bibliothek und das Herrenzimmer betreten werden konnten. Und ausschließlich hier beschäftigte er sich mit seiner Beute.

 

Es war schon eine geraume Weile her, dass Mitch eine Frau so interessant fand, dass er sie in seine Katakomben brachte. Das junge Gemüse war einfach zu oberflächlich oder schablonenhaft. Sergio beobachtete Mitch während seiner zahllosen Fahrten in die Firma. Es überraschte ihn, dass Mitch sich so lange schon still verhielt. Keine Aufträge der besonderen Art seit Wochen. Magda hatte heute Morgen gemeint, dass Mitch wieder dieses Fieber ausstrahlen würde und sicher bald schon wieder nächtelang nicht zu Haus sein würde. Sergio hatte lachend den Kopf geschüttelt, denn ihm war nichts dergleichen aufgefallen. Gespannt beobachtete er Mitch, dann zuckte er die Achseln, er würde rechtzeitig Bescheid bekommen, wann es wieder soweit war und bis dahin hatte er ja Magda und was diese nicht wusste auch deren Tochter. Mitch gönnte ihm diese Eskapaden solange der Hausfrieden nicht gestört wurde, doch da durch, dass Leonore ihre Stube im Südturm hatte, bestand eher nicht die Gefahr, dass Sergio aufflog. Ein Rätsel war Sergio wie Mitch so lange abstinent leben konnte. Ihm selber fiel es ja trotz Magda und Leonore schwer die Finger von dem restlichen weiblichen Personal fern zu halten. Heute Abend gab es aber für Sergio weder mit Magda noch mit Leonore Zeit zum Spielen, denn Mitch war zu einem Wohltätigkeitsball geladen und benötigte seine Dienste als Chauffeur.

 

Entgegen Mitchs Gewohnheit alleine auf diesen Veranstaltungen aufzutauchen, hatte dieser sich für heute Abend entschlossen, die Dienste einer Eskortdame in Anspruch zu nehmen. Sergio musste sie jetzt mit der Limousine abholen. Mitch würde er in der Firma auflesen, denn der hatte dort noch etwas zu erledigen. Was Mitch geritten hatte, sich ausgerechnet diese Lola auszusuchen, war Sergio ein Rätsel. Ok, sie sah blendend aus, um nicht zu sagen, sie war eine blonde Schönheit, die mit Leichtigkeit vom Aussehen her jedes Topmodell in den Schatten stellen würde, aber sie war auch leider strohdumm und sie sah, wie sie sich so auf dem Rücksitz der Limousine räkelte, einfach nur billig aus. Sergio schüttelte nicht zum ersten Mal während der Fahrt den Kopf über Mitch und die Frau. Nach einem letzten Blick in den Rückspiegel konzentrierte er sich dann aber doch voll auf den Verkehr in Manhattan. Zwanzig Minuten später fuhr er in die Tiefgarage der Firma, wo Mitch schon auf ihn wartete. Sergio stieg aus und öffnete seinem Boss mit hochgezogener linker Augenbraue die Autotür. Sichtlich verwirrt nahm er wahr, wie Mitch beim Anblick Lolas leicht zusammenzuckte und zurückfuhr, sich dann aber einen Ruck gab und einstieg. Er kannte Mitch nun schon sehr gut, kein Wunder nach den 15 Jahren, die er nun schon bei ihm angestellt war. Er wusste sofort, dass irgendetwas absolut gegen Mitchs Strich lief. Er sagte nichts, denn ihm war klar, dass Mitch ihm zu verstehen geben würde, wie weiter zu verfahren sei und stellte deswegen die Sprechanlage im Auto nicht aus. Im größten Trubel reihten sie sich vor dem Hotel in die Schlange der Limousinen und Luxusautos ein, die ihre Insassen auf dem roten Teppich vorm Eingang des Hotels absetzten.

 

Die Fahrt bis hierher hatte Mitch mit eisigem Schweigen verbracht. Lola fiel nichts auf, doch Sergio wusste, dass sein Boss innerlich kochte. Mitch sah die ganze Zeit angestrengt aus dem Fenster, nur um sich nicht mit Lola beschäftigen und unterhalten zu müssen. Als sie jetzt in der Schlange warteten bis sie endlich am roten Teppich angekommen waren, setzte Mitch sich plötzlich mit einem Ruck auf. Mit angespannter Miene sah er zum Hoteleingang rüber. Dort stand eine junge dunkelhaarige, zart wirkende Frau am Arm von Lloyd Fargo einem sechzigjährigen Neureichen, der mit seinem Geld nur so um sich warf auf dem roten Teppich, die Kameras klickten, die Menge wurde laut. Die Frau wirkte deplatziert und schüchtern neben dem verkappten Möchtegernplayboy. Ihr bescheidenes Ballkleid ließ eine wunderbar weibliche Figur erahnen, welche zu ihrer Elfenhaften Ausstrahlung in starkem Kontrast stand. Mitch entfuhr ein Knurren aus tiefster Kehle, das Sergio sofort als das registrierte, was es war. Der Startschuss für die Jagd.

 

Mitch drehte sich zu Lola um und sagte: „Du wirst nicht aussteigen, Sergio wird Dich zurückbringen. Selbstverständlich erhältst Du die vereinbarte Bezahlung und jetzt mach Dich unsichtbar. Ich will keine Fotos von Dir im Zusammenhang mit mir irgendwo entdecken. Hast Du verstanden?“ Lola nickt nur verständnislos, solange sie die Bezahlung erhält, ist für sie die Welt in Ordnung und wenn sie eins gelernt hat, die reichen Männer New Yorks sind alle ein bisschen verrückt. Sie wechselt den Sitzplatz so dass kein Fotograf sie bei geöffneter Tür sehen konnte. Mitch drückt die Sprechanlage und sagt nur knapp zu Sergio: „Du bringst Lola zurück. Ich werde sie jetzt für den ganzen Abend entlohnen. Kommt aber dann wieder hier her. Ich werde Dich sicher noch brauchen heute.“ – „Verstanden Boss!“ antwortet ihm Sergio und lenkt die Limousine vor den roten Teppich. Sergio bringt die Limousine gegenüber vom Hoteleingang zum Stehen. Zwei Lakaien in Uniform stehen bereit, um die Türen der Limousinen zu öffnen und so konzentriert sich Sergio nur darauf, niemanden über den Haufen zu fahren, als er den Wagen vom Hoteleingang wieder zurück auf die Straße lenkt. Es wimmelte von Schaulustigen und Reportern, die mit ihren Kameras die geladenen Gäste regelrecht einem Kameraspießrutenlauf unterziehen. Mitch wartet geduldig bis auch der letzte Fotograf seine Bilder geschossen hat.

 

Bei der ganzen Aktion sucht Mitch immer wieder mit den Augen nach Lloyd und dem Mädchen, das der Mistkerl hergeschleppt hatte, obwohl diese offenbar doch so gar nicht hierhergehört. Als sich die nächste Limousine dem roten Teppich nähert, nutz Mitch die Chance und ergreift vor den Fotografen die Flucht. Im Foyer des Hotels befanden sich viele Nischen, die hinter großen schweren Vorhängen verborgen waren und in eine dieser Nischen zog Mitch sich zurück. Er nahm sein Handy aus der Tasche und schrieb an Sergio eine SMS. „Sergio ich will alles, aber wirklich alles über das Mädchen wissen, das mit Lloyd, dem Arschloch, hier auf der Charité aufgetaucht ist. Möglichst sofort noch!“. Sergio hält die Limousine an und liest die SMS. Mühsam muss er sich den Ausruf „Na endlich“ verkneifen, denn Lola sitzt noch immer hinten im Wagen. Er beeilt sich Lola abzusetzen. Kaum ist sie aus dem Wagen, tätigt Sergio mehrere Anrufe. Außerdem informiert er Magda, dass sie mit dem Fieber recht gehabt hatte und dass von jetzt ab die Gewölbe jederzeit nutzbar sein müssen. Dann setzt er sich wieder in Bewegung. Die Vorfreude steht ihm ins Gesicht geschrieben, als er sich in die parkenden Limousinen vor dem Hotel einreiht. Per SMS informiert er Mitch, dass er wieder vor dem Hotel steht und die gewünschten Informationen noch heute zur Verfügung stehen werden.

 

Mitch beobachtet weiter die Menge und dann sieht er Lloyd, der Mann benimmt sich wie die Axt im Walde und Mitch bemitleidet das Mädchen an seiner Seite. Lloyd begrapscht sie vor allen Leuten. Auch wenn das Mädchen sich den Händen des Mannes auch zu entziehen versucht, es hilft ihr nichts. Lloyd hat mit seinen schmierigen Fingern immer wieder Erfolg. Mitch knurrt, es kostet ihn einen Haufen Beherrschung Lloyd nicht anzugreifen, verdient hätte er es alle Male. Langsam schiebt er sich in der Menge immer näher an die beiden heran. Kaum steht er in Armlänge von Lloyd entfernt als dieser gerade wieder einen seiner schmierigen Angriffe auf das Hinterteil des Mädchens startet. Mitch knurrt leise, setzt dann aber ein gespieltes Lächeln auf, geht auf die Gruppe zu und fordert das Mädchen zum Tanzen auf.  Lloyd starrt ihn an und lacht dann lauthals, zu Mitch sagt er provozierend: „Ach, Mitch mein Lieber. hat Mutti Dir noch keine eigene Frau zum Tanzen ausgesucht?“. Gekonnt antwortet Mitch vernehmlich: „Guten Abend Lloyd, ich weiß doch wie ungerne Du tanzt, ich wollte Dir lediglich behilflich sein! So kannst Du Dich zwischendurch doch mal anderen Genüssen zuwenden. Dein Whiskey dürfte schon kochen so heiß ist es hier“ Dann greift Mitch nach der Hand des Mädchens und führt sie in den Ballsaal.

 

Deutlich hört er trotz der lauten Musik und den vielen Menschen ihr erleichtertes Aufatmen. Als er sich zu ihr umdreht, sagt sie mit leiser Stimme: „vielen, vielen Dank, dass Sie mich erlöst haben.“ Und fast sofort senkt sie schüchtern den Blick. Mitch kann nicht anders, er legt ihr den Zeigfinger unters Kinn und hebt sanft ihr Gesicht an, so dass sie ihm direkt in die Augen schauen muss. „Ich befreie immer wieder gerne junge Damen aus Lloyds aufdrängender Umklammerung, Miss …. ? Darf ich mich erst einmal vorstellen, Mein Name ist Mitch Handson.“ – „Lillian Summer“, antwortet sie ihm leise. Bei dem Blick von Mitch in ihre Augen vergisst Lillian die Welt um sie herum und ihre Knie werden weich. Bevor sie aber umfallen kann, umfasst Mitch ihre Hüften und führt sie im Takt der Musik gekonnt über das Parkett. Nach einigen Tänzen, bei denen beide die Zeit vergessen, gönnt Mitch Lillian eine Atempause an einer der geöffneten Terrassentüren, um sich mit ihr zu unterhalten. Er hofft mehr aus ihr herauszubringen als ihren Namen. In dem Moment vibriert das Handy in seiner Hosentasche. „Ich werde ihnen etwas zu trinken holen, Champagner ist ok?“, sagt er zu Lillian und verlässt nach ihrem Nicken den Ballsaal. Deutlich bemerkt er, dass die Stimmung im Foyer umgeschlagen ist. Aus dem anfänglichen bunten Begrüßungsdurcheinander ist mittlerweile so etwas wie aggressives Belauern geworden.

 

Schnell schaut er auf sein Handy. Die SMS von Sergio ist sehr kurz, Mitch gefriert das Blut in den Adern, als er sie liest. „Das Mädchen heißt Lillian Summer, sie ist 20 Jahre alt und Lloyds Braut…mehr habe ich noch nicht über sie, bleibe aber dran. Dolores ist hier mit 12 ihrer Mädchen also Vorsicht Boss.“. Mitch greift sich zwei Gläser Champagner vom Tablett eines Obers und als er in den Ballsaal zurückkehren will, entdeckt er Dolores, die potentielle Kunden für ihre Mädchen aus dem „Madams“, dem exklusivsten Bordell New Yorks, ins Auge fasst. Mitch verbirgt sich hinter einem Paar das gerade den Saal betritt, um so den Blicken von Dolores zu entgehen. Schnell begibt er sich zu Lillian, die noch immer an der geöffneten Tür steht. Wohlwollend bemerkt er, dass dem Mädchen die frische Luft und die Bewegung etwas Farbe ins Gesicht gezaubert hat. Ihre Wangen sind leicht gerötet. Als er Lillian das Champagnerglas reicht, berühren sich kurz ihre Hände und Mitch hat das Gefühl ein Blitz sei eingeschlagen. Auch Lillian zuckt kurz zusammen, Überraschung spiegelt sich in ihren dunkelbraunen Augen.

 

Lloyd zerstört den mystischen Augenblick, als er laut grölend und völlig betrunken im Ballsaal auftaucht. Sofort verstummt die Musik und die Tanzenden strömen auseinander und aus dem Raum. Entsetzt schaut Lillian über die Tanzfläche zu Lloyd, den sie komplett aus ihrer Wahrnehmung verbannt hatte. Lloyd brüllt laut ihren Namen und Lillian verliert sämtlich Farbe aus ihrem Gesicht, kreideweiß steht sie an der Terrassentür, unfähig sich zu bewegen. Doch Lloyd scheint das nicht das geringste auszumachen. Ungerührt fährt er fort rumzubrüllen. „Wo ist das Weib, wenn man sie braucht. Da hab ich mir extra eine junge Schlampe gekauft, dann ist sie nicht da, wenn ich sie vögeln will.“ Er greift sich Dolores und fährt laut polternd fort: „Dann brauch ich halt zwei Deiner Mädchen!“ Dolores antwortet gurrend: „Lloyd Du Hengst, bist Du sicher, dass es nur zwei sein sollen?“ Mitch kann dem Gespräch der beiden nicht mehr folgen. Seine Aufmerksamkeit ist voll auf das Mädchen vor ihm gerichtet. Sie hat ihr Glas fallen lassen, es ist in tausend Scherben zersprungen. Lillian ist sichtlich in Panik geraten, dreht sich um und rennt kopflos in die Nacht hinaus.

 

Mitch rennt ihr nach, noch im Laufen nimmt er sein Handy aus der Tasche und ruft Sergio an. Laut ruft er ins Gerät: „Sergio fahr sofort um den Block, wir müssen sie aufhalten. Keine Diskussionen jetzt. Schneid ihr den Weg ab!“  Mit quietschenden Reifen lenkt Sergio umgehend die Limousine auf die Straße und umrundet den Block. Keine Frage wen er aufhalten soll. Der Tonfall Mitchs am Handy macht ihm Sorgen, aber er weiß, dass es sinnlos gewesen wäre zu fragen, was genau passiert ist. Mitch würde ihn darüber informieren. Mitch hat Mühe Lillian zu folgen, doch ihr Vorsprung vermindert sich rapide. Am Ende des großzügigen Parks des Hotels befand sich die 47. Straße, eine der viel befahrensten Straßen New Yorks. Mitch war Himmelangst, wenn er daran dachte, dass er Lillian nicht mehr rechtzeitig vorher erreichen würde. Doch kurz bevor Lillian auf die Straße laufen kann, sieht Mitch aus den Augenwinkeln die Limousine an den Straßenrand schießen. Mit letzter Kraftanstrengung schließt er zu Lillian auf, greift nach ihr und reißt sie von der Bordsteinkante zurück. Der Ruck ist so groß, dass Mitch auf dem Boden landet, Lillian auf ihm drauf.  In diesem Moment erreicht Sergio die beiden, laut japst er nach Luft. Er hilft Mitch und Lillian auf die Füße. Mitch lässt dabei die schluchzende Lillian keine Sekunde los. Immer wieder stammelt das Mädchen leise: „Mom hat mich verkauft.“, „der der hat mich gekauft“ oder „Warum Mom, warum hast Du das getan?“

 

Mitch drückt seinen warmen Körper von hinten gegen das zitternde Mädchen und versucht beruhigend auf sie einzureden. In dem Moment fängt Lillian an zu würgen. Mitch drückt ihren Oberkörper nach vorne, reibt ihr sanft über den Rücken. „Lass es raus Lillian, nicht unterdrücken!“, sagt er sanft und Sergio gibt ihm sein Taschentuch, damit sie sich anschließend das Gesicht abwischen kann. Sergio geht die Limousine holen, die er reichlich 20 Meter weiter unten am Straßenrand stehen gelassen hat. Das Mädchen wird von immer neuen Würgewellen und Schluchzern regelrecht durchgeschüttelt und als Sergio direkt neben ihnen die Limousine zum Stehen bringt, bricht sie kraftlos in Mitchs Armen zusammen. Vorsichtig hebt Mitch Lillian hoch und legt sie in die Limousine. Sergio lässt die Trennscheibe im Inneren runter und fragt Mitch nach dem Ziel der Fahrt. „Nach Hause, Sergio“, lautet Mitchs kurze Antwort. Keine Sekunde lässt Mitch die bewusstlose Lillian aus den Augen. Während Sergio die Limousine Richtung Villa steuert, erhält er Anweisungen von Mitch. „Magda soll Doktor Savoyen kommen lassen, Sergio“ Mitchs Blick, den Sergio im Rückspiegel auffängt, verheißt nix Gutes. „Wenn Lloyd ihr was angetan hat …. bring ich ihn um“ schwört Mitch mit zusammengebissen Zähnen und Sergio ist schlau genug, ihm darauf jetzt besser keine Antwort zu geben. Mit einem letzten Blick auf Mitch schließt er die Trennscheibe und ruft Magda an.

 

Der Skandal ist in sämtlichen TV- und Radiosendern Thema Nummer 1 und so ist es nicht verwunderlich, dass Magda nur fragt, welchen Raum und welches Bad sie für das Mädchen vorbereiten soll. Überrascht atmet sie aus, als die Antwort „Mitchs Räume lautet“. Umgehend ruft sie über das Handy per SMS nach Leonore, die ihr zur Hand gehen soll. Aus dem Kleidungsfundus ihrer Tochter legt Magda einen warmen Pyjama und einen flauschigen Bademantel zurecht, wohl wissend, dass beides zwei Nummern zu groß sein wird. Doch das ist heute Nacht unwichtig. Während Leonore das Bad einlässt und mehrere große Handtücher zurechtlegt, ruft Magda Doktor Savoyen an, die auch verspricht umgehend zu kommen. Sergio kommt mit quietschenden Reifen direkt vorm Portal des Südturms zum Stehen und während er schon die hintere Limousinentür aufreißt und Mitch hilft Lillian aus dem Auto zu heben, öffnet Magda die Eingangstür und macht Mitch den Weg in sein Schlafzimmer frei. Mit flinken Schritten folgt Magda Sergio und Mitch, der Lillian bereits auf sein Bett gelegt hat.

 

Wild gestikulierend versucht Leonore die beiden Männer aus dem Zimmer zu werfen, was ihr bei Sergio auch gelingt. Mitch weigert sich hartnäckig, selbst als Magda ihre Tochter unterstützt. Resignierend zuckt Magda die Achseln und macht sich dann zusammen mit Leonore daran, die völlig entkräftete Lillian zu entkleiden. Magda bedeutet Mitch mit einem Kopfnicken in Richtung Bad, Lillian dorthin zu tragen, was er auch kommentarlos macht. Vorsichtig lässt er das bewusstlose Mädchen in die heiße Wanne gleiten. Magda und Leonore folgen Mitch ins Bad und während er Lillian hält, waschen die beiden Frauen mit flinken Händen den kalten Körper des Mädchens. Schon während sie Lillian ausgezogen haben, sind ihnen die zahlreichen Blutergüsse an ihrem Körper aufgefallen. Mitchs Miene ist zu einem kalten Starren erfroren. Doch sein Blick ruht warm und besorgt auf Lillians Gesicht. Obwohl Lillian immer wieder leise Seufzer von sich gibt und im heißen Wasser liegt, bleibt ihr Gesamtzustand unverändert. Verdammt nochmal, warum kommt sie denn nicht zu sich, fragt Mitch sich immer wieder. Mitch hebt Lillian aus der Wanne und hält sie fest, während Magda Und Leonore sie abrubbeln und abtrocknen. Die beiden Frauen ziehen Lillian den vorbereiteten Schlafanzug und den Bademantel an und Mitch trägt Lillian dann wieder zu seinem Bett, bei dem Sergio mit mehreren Wärmflaschen dafür gesorgt hat, dass es schön warm ist. Vorsichtig legt Mich Lillian auf die Kissen und deckt sie zu. Dann setzt er sich neben Lillian auf einen Stuhl. Jede Regung jeden Atemzug beobachtet Mitch, alles andere um ihn herum nimmt er nicht mehr wahr.  

 

Sergio wirft einen besorgten Blick auf Lillian und einen ebensolchen auf seinen Boss. So aufgelöst hat er ihn nicht mehr gesehen, seit Mitchs Mutter vor 10 Jahren gestorben ist. Schlagartig wird Sergio klar, dass Lillian für Mitch mehr als nur Beute und Spielzeug ist. Er raunt Magda, deren Gedanken, ihrer Mimik nach zu urteilen, in die gleiche Richtung gehen, flüsternd zu, dass er unterwegs ist, was für Mitch erledigen und verlässt das Schlafzimmer. Jetzt und zwar ganz genau jetzt muss er alles über Lillian herausfinden. In der Tür zum Schlafzimmer stößt er fast mit Doktor Savoyen zusammen, die von Leonore hereingelassen worden war. Erleichtert atmet er auf. „Guten Abend Sergio. Muss ich hier rein?“ fragt Doktor Savoyen und betritt nach Sergios Nicken und seiner gestammelten Entschuldigung schnell Mitchs Schlafzimmer. „Guten Abend Magda …Leonore hat mich reingelassen. Können sie bitte hierbleiben?“ fährt sie fort und wirft einen erschrockenen Blick zu Mitch, so hatte sie ihn noch nie erlebt und sie kannte ihn fast so lange wie Sergio ihn kannte. „Mitch …. Gib mir bitte eine kurze Info und dann lass uns allein!“ Als Mitch nicht reagiert schaut Judith Magda besorgt an. „So ist er schon seit wir sie im Bad gewaschen haben. Was genau passiert ist, weiß ich nicht, nur, dass das Mädchen eiskalt, mit Blutergüssen und blauen Flecken übersät und bewusstlos gewesen ist, als sie sie herbrachten. Ich hab sie in die heiße Wanne gesetzt. Ihrer Kleidung nach zu urteilen, muss sie sich mehrfach übergeben haben, Doc.“ Setzt Magda die Ärztin darüber in Kenntnis, was sie wusste und welche Maßnahmen sie bisher getroffen hatte.

 

„Können sie bitte eine Schüssel mit heißem Wasser, Seife und saubere Tücher holen Magda? Und dann werde ich bei der Untersuchung ihre Hilfe benötigen“ antwortet ihr Dr. Savoyen.  Nachdem Judith das flüsternde Gespräch mit Magda beendet und diese das Schlafzimmer verlassen hat, geht sie um das Bett herum zu Mitch. Dabei beobachtet sie das scheinbar schlafende Mädchen in Mitchs Bett. Sie wirkt so verloren und blass, aber als Judith die Bewegung des Brustkorbes wahrnimmt, das Mädchen offenbar atmet, wendet sie sich erst einmal Mitch zu. Sie berührt ihn am Ellenbogen und spricht ihn an: „Mitch? Ich bin da, komm erzähl mir alles und dann werde ich sie untersuchen. Offensichtlich besteht keine akute Lebensgefahr für sie, soviel kann ich jetzt schon sagen.“ Endlich reagiert Mitch, er hebt den Blick und schaut Judith an. „Judith endlich …hilf ihr …!“, setzt er an und dann erzählt er ihr alles, was passiert ist. „Wenn Lloyd ihr was angetan hat, bring ich ihn um!!!! Das schwöre ich Dir, so wahr wie ich Mitch Handson heiße!!!“ endet er seinen Vortrag und schaut Judith mit blutunterlaufenen Augen an. „So weit sind wir noch nicht Mitch. Mach Dich nicht unglücklich,“ antwortet ihm Judith.  

 

Magda und Leonore, die ihrer Mutter hilft, das vom Doc gewünschte ins Schlafzimmer zu tragen, haben beide Mitch Erzählung mitbekommen. Jetzt ist Magda so Einiges klar, jedenfalls das, was den Zustand von Lillian anbelangt. Mitch allerdings gibt ihr noch immer Rätsel auf. „Ich werde sie jetzt erst einmal untersuchen und du lässt uns so lange allein Mitch. Magda und Leonore werden mir helfen. Ich komme nachher in die Bibliothek und werde Dir Bericht erstatten.“, sagt Judith, zieht Mitch vom Stuhl hoch und schiebt ihn sanft aber bestimmt aus dem Schlafzimmer. Sie hofft, dass Sergio für seine Erledigungen nicht das Anwesen verlassen musste und dass er sich deswegen um Mitch kümmern kann. Sie schließt die Schlafzimmertür und beginnt mit Hilfe von Leonore und Magda Lillian zu untersuchen. Mitch rennt wie ein verletzter und eingesperrter Tiger auf dem Flur vor seinem Schlafzimmer hin und her. Immer wieder rauft er sich seine Haare. Wenn Lloyd jetzt hier wäre, würde er ihn auseinandernehmen.   Sergio kommt die Treppe hoch und sagt zu Mitch: „Boss… auch wenn es jetzt unpassend sein sollte… komm bitte rüber ins Büro, es gibt da Informationen Lillian betreffend, bei denen Du selber entscheiden musst, wie wir damit umgehen sollen.“ Wie ein gehetztes Tier folgt Mitch Sergio in den Haupttrakt. Das Büro ist hell erleuchtet, überall blinken und blitzen Lichter. Zwei Computermonitore werfen unheimliche Schatten in blauem und grünen Licht an die Wand. Das Faxgerät spuckt unter Ächzen und Rattern unentwegt Papiere aus.

 

„So Sergio, dann raus mit den Katastrophenmeldungen.“, meint Mitch mürrisch und tritt ans Faxgerät. Je mehr Papiere Mitch überfliegt, desto weniger hört er Sergio zu, der Lilllians bisherigen Lebenslauf deklariert. Mitchs Blick wird grimmig, sein ganzer Körper strafft sich. Ruckartig dreht er sich zu Sergio um. „Was wissen wir über Lloyd?“ – „Das ist der Punkt Boss.“, sagt Sergio und Mitch hakt nach: „Warum hat er sich Lillian ausgesucht? Warum hat er sie so weit weg von New York gesucht?“ „Ich denke, ich habe Antworten für Dich, Boss.“, antwortet Sergio „Sieh Dir das mal an“, setzt er nach und geht an den Computer. Mitch folgt ihm und überfliegt Lloyds Kindheit nur kurz. Was dann allerdings auf dem Bildschirm zu lesen ist, ist unfassbar. Mitch zieht sich einen Stuhl an den Tisch und fängt an sich Notizen zu machen. „Sergio finde heraus, was aus dem Mädchen wurde, das er vor Lillian heiraten wollte. Ich dachte bisher, er ist nur ein Spinner, der mit dem Geld seiner Eltern nur um sich wirft. Lloyd ist gefährlicher als ich annahm. Wir müssen die Leichen in seinem Keller finden, um Lillian vor ihm zu schützen! Das wird eine lange Nacht Sergio wir brauchen Kaffee.“ „Sofort Boss die Maschine läuft schon“, antwortet im Sergio und zieht sich ebenfalls seinen Stuhl an den Tisch. Beide Männer wühlen nach Informationen über Lloyd und was sie finden, gefällt ihnen ganz und gar nicht.

 

Mitch schaut immer wieder nervös auf seine Uhr, dass Judith ihm in der Bibliothek Bericht erstatten wollte, hatte Mitch total vergessen. In diesem Moment öffnet sich die Tür zum Büro und Judith steht in dem ganzen Chaos aus Papieren und blinkenden Bürogeräten. „Sergio, sieben Mädchen mit Lillian das ist unfassbar. Wo sind sie?“, sagt Mitch gerade und Judith räuspert sich. „Geht es um Lloyd Fargo Mitch? Ich würde Dir gern erst mal berichten wie es Lillian geht, dann kann ich Euch vielleicht ein paar Informationen geben, die nicht in der Presse standen.“, sagt sie und schaut sich nach einer Sitzgelegenheit im Raum um. Mitch springt auf und kommt zu ihr an die Tür. „Judith wie geht es ihr?“ er schreit Judith fast an und diese sagt nur: „Mitch beruhige Dich, sie ist wieder bei Bewusstsein, kann ich mich irgendwo in diesem Chaos setzen und vielleicht etwas zu trinken bekommen?“ Sergio springt auf und schiebt Judith seinen Stuhl zu „Ich wollte gerade Kaffee holen darf es für sie auch einer sein Doktor?“ fragt er. „Ja vielen Dank Sergio, schwarz wie die Nacht bitte“, antwortet ihm Judith und setzt sich. Dann fängt sie an Mitch, der seinen Stuhl ihr gegenüber platziert und sich gesetzt hat, über Lillians Zustand zu berichten.

 

„Mitch die Bewusstlosigkeit war nur ein Schutz ihres Gehirns, am Kopf hat sie keine Verletzungen. Die Blutergüsse werden verschwinden, wenn ihr sie täglich mit Heparin behandelt. Die Rippen sind nicht gebrochen und innere Verletzungen konnte ich auch nicht feststellen.“ An dieser Stelle unterbricht Mitch sie: „Judith, hat das Schwein sie vergewaltigt?“ er wagt kaum zu atmen, als er auf Judiths Antwort wartet. „Nein Mitch das hat er nicht. Mitch, Lillian ist noch immer Jungfrau.“ Bei diesem Satz von Judith verliert Mitch sämtliche Farbe aus dem Gesicht und Sergio, der gerade mit dem Kaffee in der Tür erscheint, lässt fast das Tablett fallen. Die Tassen klirren verdächtig. „Sie ist noch was?“ fassungslos schaut Mitch Judith an. Es ist fast so, als würde sich sein Gehirn weigern, das eben Gehörte aufzunehmen und zu verarbeiten. „Es sieht so aus Mitch, als hättet ihr Lillian vor diesem Schicksal gerade noch bewahrt, indem ihr eingegriffen habt. Ich werde heute Nacht noch hierbleiben und Lillian immer mal wieder etwas gegen die Schmerzen, die sie zweifelsohne hat, geben. Magda bleibt bei ihr und holt mich, wenn etwas ist.“ sagt sie beruhigend und nimmt dann einen großen Schluck Kaffee. Dann fährt sie fort: „Lloyd wird nicht ruhen, bis er Lillian wieder in den Händen hat, um zu Ende zu bringen, was auch immer er zu Ende bringen wollte, das ist Euch klar?“. Sie schaut von Mitch zu Sergio und wieder zu Mitch zurück.

 

(Ob es Lloyd gelingen wird, Lillian zurückzuholen oder ob Mitch sie schützen kann, könnt Ihr in „Baghiras Kampf um Lillian“ erfahren)