Nur ein starker Dom kann etwas mit einer starken Sub anfangen, ein schwacher wird sagen: sie hat die falsche Einstellung….
Diesen provokanten Satz las ich vor einiger Zeit in einem BDSM Forum und war erst mal sprachlos. Es gab keine weiteren Ausführ- und Erklärungen nur dieser eine Aussage. Was sollte sie uns sagen? Das mancher Mann seine Minderwertigkeitskomplexe unter dem Deckmantel „Dom sein“ versteckt? Dass jede sub schwach zu sein und jeder Dom stark? Oder steckte etwas ganz Anderes dahinter?
Gerade die Vorstellungen, die ein Mann zum bdsm in einer Facbookgruppe gepostet hat (ohne ihm konkret etwas unterstellen zu wollen!!! Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich für die Inspiration.) hat mich dazu gebracht, doch meine Ideen zu meinem Blog noch einmal aus der Versenkungsschublade zu holen und diese provokante Aussage noch einmal aufzugreifen. Mir kamen immer mehr Fragen auf, nachdem ich meine Antwort an ihn gepostet hatte.
Stimmt es wirklich, dass ein Dom immer stark und eine sub schwach zu sein hat? Muss ein Herr/Dom/Top seine/n Sub/Bottom/Sklaven erniedrigen, um dominant zu wirken? Kann man das so verallgemeinern? Ist die provokante Aussage wirklich ein ungeschriebenes BDSM-Gesetz? Gab es nicht wirklich genug „Möchtegerns“, die ihre Defizite unter dem Deckmantel BDSM verbargen, weil sie sonst überhaupt kein Bein in eine Beziehung bekamen?
Oder unter Umständen kettet ein D/sler seine Sub nicht nur zum persönlichen Vergnügen tagsüber an die Küchenzeile, sondern weil er sicherstellen will, dass sie beim Einkaufen keinen anderen Mann kennenlernt? Muss ein Dom seinem/r sub verbieten mit anderen zu reden, weil er Angst hat sie könnte herausbekommen, wo es bei ihm klemmt? D/s-Kontrolle als Deckmantel vor Verlustangst? Diejenigen zu schelten, deren Mantel noch nicht richtig sitzt, und die darum allzu ungeschickt freilegen, was eigentlich verborgen sein sollte, wäre demnach unfein?
Möglicherweise gibt es gerade im BDSM einen ganzen Schrank voll Deckmäntel, den sich Sub und Top wechselseitig überstreifen, um ihre eigentlichen Bedürfnisse nicht enthüllen zu müssen.
Kommunikation ist das a und o in jeder Beziehung und nicht nur der im BDSM-Kontext. Wenn ich meinem Partner nicht genau sage, wie ich ticke, was mich kickt und was mich negativ. triggert ( auch Doms können getriggert werden) dann geht die ganze Beziehung den Bach runter und das hat dann Meiner Meinung nach nichts mit Stärke und nichts mit Minderwertigkeitskomplexen und Ängsten zu tun.
BDSM hat den Anspruch Respekt, Offenheit, Toleranz und vor allem Ehrlichkeit zu bieten, doch je mehr ich (Anfängerin) mich durch diverse Austauschplattformen bewegt habe, desto mehr vermisse ich gerade diese Offenheit, die Toleranz, den Respekt zueinander und die Ehrlichkeit.
Fragen über Fragen vielleicht könnt ihr ja ein bischen Licht in meine Fragenwelt bringen.