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- Meine Reise in die Erotik

„Hörig“ und „hörig“ … wo ist denn da der Unterschied?

„Hörig“ und „hörig“ … wo ist denn da der Unterschied?

Gerade mir fällt es nach den traumatischen Erlebnissen in meiner Vergangenheit sehr schwer, mich ganz fallen zu lassen, in dem Bewusstsein, dass das eine Form von Hörigkeit darstellen könnte. Da wird im Kopf der Angstmechanismus in Gang gesetzt und schon bin ich wieder im Gedankenkarussell gefangen. Die Blockade fährt hoch und ich wehre mich mit Händen und Füssen gegen das was nicht mehr sein darf.

 

Doch ist denn hörig sein im BDSM-Kontext wirklich eine negative Form von Hörigkeit? Um diese Frage für mich zu klären, muss ich weiter ausholen. Vielleicht verschafft mir die eindeutige Definition der Begriffe da mehr Klarheit in meinen Gedankengängen. Was also ist dieses „hörig“- Sein und dieses „hörig“ – Sein und was unterscheidet beide?

 

„Hörigkeit“

Als Hörigkeit bezeichnet man die zeitweilige oder andauernde Unterwerfung des eigenen Willens unter den Willen einer zweiten Person. Die Unterwerfung kann erzwungen oder mehr oder weniger freiwillig erfolgen. Anders als beim Gehorsam ist ein psychisches Abhängigkeitsverhältnis der Grund für das Befolgen der Wünsche der anderen Person oder für einen blinden Glauben an ihre Aussagen. Die Basis dieser Art von Abhängigkeit kann sexueller oder auch psychischer Natur sein. In der Regel wird bei Hörigkeit von Außenstehenden eine missbräuchliche Nutzung des Abhängigkeitsverhältnisses wahrgenommen.

 

„Hörigkeit im BDSM-Kontext“

Hier liegt eine sogenannte Sexuelle Hörigkeit zugrunde. Wer sich von seinem Partner schlecht behandeln und auch im Bett zu unangenehmen Praktiken nötigen lässt, ist sexuell hörig. Dieses suchtähnliche Verhalten wird durch frühkindliche Störungen hervorgerufen. Ein Ausweg aus dieser Krankheit fällt den meisten Betroffenen schwer, zumal sexuelle Hörigkeit sich völlig unterschiedlich äußert. Masochistisch devot veranlagte Menschen sind hier die am meisten gefährdetste Gruppe BDSMler.

 

Hörigkeit im BDSM-Kontext ist also eigentlich die Intensivierung der allgemeinen Hörigkeit. Aber was heißt denn nötigen, ist BDSM jetzt doch – zumindest in diesem Punkt – illegal? Nötigung bleibt illegal, in diversen Foren wird auf die Rechtslage im Zusammenhang mit BDSM hingewiesen u.a. bei gentledom.de.

 

Aber was heißt das jetzt für mich, wenn ich zur gefährdeten Gruppe BDSMler gehöre?

 

Erst einmal heißt das noch gar nichts, außer vielleicht, dass ich wirklich und ernsthaft aufpassen muss, wie weit ich mich in die Hände welchen Doms begebe. Der Dom trägt eine immense Verantwortung gerade im D/s Bereich.

 

Heißt es gar am Ende, dass ich immer in diese oder jede Form der Hörigkeit abrutsche?

 

Nein das heißt es nicht. Reflexion und Therapie können da gute Gegenpole sein und vor allem Offenheit dem Dom gegenüber. Nur wenn er weiß, dass da eine Gefährdung vorliegt, wird der verantwortungsbewusste Dom vermeiden seine Machtposition ausnutzen.

 

Heißt es gar ich muss mich vom BDSM verabschieden?

 

Hier antworte ich mir und Euch mit einem Zitat: „Wer einmal das Außergewöhnliche erfahren hat, kann sich nicht mehr an die Normen des Durchschnitts binden.“ (Richard Bach). Will in meinem Fall heißen, wer einmal BDSM als einen Teil von sich erkannt hat, wird sich nicht mehr zerteilen lassen, ohne zu zerbrechen. Also ein klares „NEIN“ zum BDSM- Abschied.

 

© Seele 2018

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